Autor | Bartol, Wladimir |
Titel | Alamut |
Originaltitel | |
Genre | Historisches |
Seiten | 601 |
Erscheinungsjahr | 1938 |
Auszeichnungen | |
Verfilmungen | |
Verlag | Bastei Lübbe |
Wertung | |
Inhalt
Hassan Ibn Saba führt von der als uneinnehmbar geltenden Festung Alamut aus seinen Kampf gegen die
türkischen Besatzer. Es ist das Jahr 1092 und der als Prophet gefeierte Hassan lässt ein Dutzend junger Männer
zu Elitesoldaten ausbilden, den Fedayin. Yusuf und der starke Suleiman gehören genauso dazu wie Ibn Tahir,
dessen Großvater als Märtyrer auf Befehl des Sultans starb. Sein Enkel will ihn nun rächen und vollzieht mit den
anderen in aller Eile die Abschlussprüfungen, da die Heere der Türken schon bald vor den Toren Alamuts stehen
werden. Gleichzeitig erwartet eine Gruppe junger Frauen im Inneren der Anlage die Aufgabe, auf die sie monatelang
vorbereitet worden sind...
Rezension
Das Thema des alten Persien ist ohne Zweifel faszinierend, genau wie der Kampf einer Minderheit gegen die
türkischen Herrscher. Überhaupt erscheint mir diese Zeit und dieses Land voller Geheimnisse und Rätsel. Leider
kommt diese Exotik bei Bartol kaum rüber, weil mir alles so bieder erschien. Es herrscht eitel Sonnenschein, alle
Menschen scheinen gut und sensibel, nicht einmal der Krieg ist hier schmutzig, wird nur in ein paar Sätzen erwähnt.
Stattdessen langweilt Bartol mit albernen Mädchen, die sich im Garten tummeln und gegenseitig an Zärtlichkeiten
zu übertreffen suchen. Das war mir schon fast peinlich. Bei den Männern das gleiche Paradies - sie verstehen
sich, kabbeln zwar freundschaftlich miteinander, sind aber alle herausragend in den Disziplinen, in denen
sie sich messen.
Das erschien mir nicht nur öde, sondern unglaubwürdig. Herrgott, da werden Killer ausgebildet, keine Kindergärtner.
Aber genauso geht es dort zu, das Böse ist ganz weit weg und jeder lieb und toll. Passieren tut dabei
herzlich wenig und obwohl dieses naive Werk ganz nett und flüssig zu lesen war, verfiel ich alsbald in Trägheit.
Positiv anzumerken ist aber, dass man diesem Buch sein Alter gar nicht anmerkt, was auch daran liegen kann,
dass es in weiter Vergangenheit spielt und man die heutzutage vielleicht fremd erscheinenden Ausdrucksweisen
darauf schieben kann. Schade nur, dass man vom 11. Jahrhundert so gut wie nichts lernt oder mitbekommt,
da diese kindischen Figuren im Vordergrund stehen. Ich hätte mir diesbezüglich mehr Informationen gewünscht und
mehr, ja, Realismus. Bei Bartol konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er seine Idelvorstellung, das
Märchen eines alten Persien zu Papier gebracht hat. Über diese Zeit gibt es sicher bessere Bücher - vielleicht kann
mir jemand eines empfehlen?