Autor

Hustvedt, Siri

Titel

Was ich liebte

Originaltitel

What I Loved

Genre

Drama

Seiten

477

Erscheinungsjahr

2003

Auszeichnungen

Verfilmungen

Verlag

Rowohlt

Wertung

Inhalt

Der Kunsthistoriker Leo Hertzberg kauft eines Tages das beeindruckende Bild eines unbekannten Malers - Bill Weichsler. Die beiden lernen sich kennen und es entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen ihnen, ihren Frauen und schließlich auch ihren Söhnen...

Rezension

Ja, mehr passiert auf den ersten 200 Seiten nicht, auch wenn es teilweise arg große Zeitsprünge gibt. Im einen Moment sind die Kinder noch Babies und ehe man sich's versieht schon fast in der Pubertät. Und da wären wir schon beim ersten Kritikpunkt: die Sprunghaftigkeit und die Aneinanderreihung von kaum zusammenhängenden Passagen aus dem Leben der beiden Männer. "Gewürzt" ist das ganze mit ein paar weisen Ansichten, denen das Buch wohl in erster Linie dient. Von einem Erzählstrang kann man eigentlich nicht sprechen (geschweige denn von einer Entwicklung), eher von einer Sammlung an Ideen, die die Autorin dem Leser wohl unbedingt vermitteln wollte, die sie aber nicht so recht miteinander verbinden konnte. Was Wunder, dass viele Abschnitte dementsprechend bedeutungssschwanger und beifallsheischend daherkommen. Anfangs war es ja ganz nett zu lesen, aber die "Geschichte" bleibt so hohl und leer wie ihre Protagonisten. Alle sind sie erfolgreich, total verliebt und kalt. Die Ehefrauen sind total häuslich und nehmen den beiden Paschas die ganzen Pflichten daheim ab. Immerhin schreiben sie auch, aber das erscheint gänzlich unwichtig neben der ach so wichtigen Kunst der Männer. Hustvedt versucht zwar, diesen Pappfiguren Leben einzuhauchen, ergeht sich dabei aber in Interpretationen mit einem durchweg erhobenen Zeigefinger und erklärt nach meinem Geschmack viel zu viel.
Ich will nicht jede Bewegung gedeutet haben, ich kann selbst denken und will mir auch meine eigenen Gedanken machen. Ich mag dieses am-Ärmel-Gezupfe der Autorin nicht sonderlich, wie bei einem Kind, das ständig fragt: "Habe ich das nicht toll gemacht?" Nein, hast du nicht - das ganze ist mir zu verkopft. Es gibt viele, viel bessere Bücher zu entdecken!