Autor

Horn, Ulrike

Titel

Neue Mütter hat das Land - selbstbestimmt und gleichberechtigt

Originaltitel

Genre

Sachbuch

Seiten

190

Erscheinungsjahr

2000

Auszeichnungen

Verfilmungen

Verlag

Kreuz

Wertung

Inhalt

In Zeiten des Postfeminismus ist es notwendig, dass sich nach der Wandlung des Frauenbildes auch das Bild der Mütter ändert. Immer noch werden sie als abhängig, faul und nicht sehr intelligent von oben herab betrachtet und dagegen wehrt sich Horn in ihrem Buch. Erziehung sollte als Vollzeitbeschäftigung und Arbeit Anerkennung finden und klar gemacht werden, dass sich emanzipierte, selbstbewusste Frauen für die Rolle der Powermutter bewusst entscheiden...

Rezension

Genau dafür plädiert Horn sehr wortreich und singt ein Loblied auf die Vollzeitmütter, wobei man das Gefühl bekommt, dass Frauen, die teilzeit oder auch voll arbeiten überhaupt keine dieser Aufgaben übernehmen oder sie zumindest nicht so gut erfüllen wie Mütter vom Schlage Horns. Ich hatte das Gefühl, dass besonders Karrierefrauen heruntergeputzt werden, da sie die Erziehung auf andere "abwälzen" und abends ihr Kind als die rettende Helferin aus den Klauen der strengen Kindergärtnerinnen befreien können. Ehrlich gesagt fand ich es nicht okay von der Autorin, so auf den anderen "Lebensformen" herumzuhacken und das Nur-Muttersein so zu idealisieren. Dabei stimme ich ihr zu, dass Hausfrauen tatsächlich milde belächelt, wenn nicht gar ein wenig verachtet werden, aber diese Schwarzweißmalerei behagt mir nicht. Zum Schluss übt sie auch noch Kritik an ihrer eigenen "Zunft" und bemüht dabei Klischees, deren Verwendung sie ein paar Kapitel vorher so scharf aufs Korn genommen hat. Hausfrauen, so schreibt sie, seien harmoniesüchtige und nachgiebige Frauen mir Supermuttisyndrom, die es allen recht machen wollen. Na wenn das kein Stereotyp ist.
Ferner haben mich die ständigen Wiederholungen gestört, die zeigen, dass der Autorin die Argumente ausgegangen sind und sie sich noch viele Seiten aus den Fingern saugen musste, damit das überhaupt ein Buch ergibt. Sie schweift dafür, so empfinde ich das, vom Thema ab und spricht plötzlich über Erziehung, dass antiautoritär nicht das richtige ist, sondern konsequente Durchsetzung von Regeln etc. Das ist doch ein alter Hut und Tips, die einem helfen könnten, werden auch nicht gegeben.
Kommen wir zum letzten Punkt, dass Horn ihre eigene Meinung als unumstößliche Tatsache darstellt. Sie meint z.B., Frauen würden keine Karriere machen, da die meisten einfach keine Lust darauf hätten und nicht soviel dafür opfern wollen. Erstens ist Horns Ansicht nicht repräsentativ und zweitens ist dies wieder so ein Stereotyp. Wird Frauen denn nicht eingeredet, sie müssen immer doppelt so gut sein und doppelt soviel arbeiten wie ein Mann, um die gleiche Anerkennung zu finden (was wahrscheinlich auch stimmt)? Ferner müssen immer noch Haushalt und Kinder alleine bewältigen und da ist es kein Wunder, dass sie all diese Mühen nicht auf sich nehmen wollen. Ich hatte das Gefühl, die Autorin sieht nur ihren Weg als den einzig richtigen an, den Rest verteufelt sie.
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