Autor

Lukianenko, Sergej Wasiljewitsch

Titel

Weltengänger

Originaltitel

Tschernowik

Genre

Fantasy

Seiten

590

Erscheinungsjahr

2005

Auszeichnungen

Verfilmungen

Verlag

Heyne

Website des Autors

www.lukianenko.ru/eng/

Wertung

Inhalt

Als Kirill eines Abends von der Arbeit nach Hause kommt, fällt er aus allen Wolken. Eine fremde Frau hat sich in seiner Wohnung eingenistet und behauptet sogar, sie lebe dort bereits seit drei Jahren. Sie präsentiert die dazugehörigen Papiere und scheint selbst den Hund verhext zu haben. Das scheint nicht mit rechten Dingen zuzugehen, beginnen doch die Leute um Kirill, ihn zu vergessen...

Rezension

Die Idee, dass jemand das Leben eines anderen übernimmt, ist keineswegs neu. Allerdings wurde sie selten so unterhaltsam umgesetzt wie von Lukianenko, der sich erfreulicherweise nicht sonderlich ernst nimmt und daher einen sehr lockeren Ton drauf hat. Leider verzichtet auch er nicht ganz auf gängige Klischees, wie den unbesiegbar scheinenden Helden, dessen Edelmut immerhin zu wünschen übrig lässt. Alles, was Kirill will, ist in Ruhe zu leben; hehre Ziele sind ihm fremd. Daher lässt sich kaum vorsehen, was in dem Roman geschehen würde. Wer beraubt Kirill seiner Existenz? Wird er kämpfen? Einzig die Beziehungen lassen sich voraussagen, werden bei Lukianenko aber zur Nebensache. Hier entbrennt niemand in heißer Liebe zu einer anderen Person; man tut sich zusammen, genießt es und ist nicht sonderlich traurig, wenn es vorbei ist. Der Autor kann einem wirklich die letzten Illusionen rauben. Nein, das meine ich nicht ernst, ich finde es sehr gut, dass er nicht den Erwartungen entspricht.
Das trifft auch auf die Tatsache zu, dass Lukianenko diesmal (im Gegensatz zur Wächter-Tetralogie) einen durchgängigen Roman geschrieben hat. Der Leser muss sich dabei auf einige Längen gefasst machen, da man das komplette Geschehen in wenigen Sätzen wiedergeben könnte. Darüber hinaus ist der Stil sehr einfach – was die Übersetzerin Christiane Pöhlmann nicht daran gehindert hat, ein paar eklatante Fehler zu begehen: „[...] meinte Katja unerschüttert.“ „Die Türken renken sich ein Bein für uns aus.“ „Getauft war ich nicht im Kindesalter worden.“ Der Vorteil ist natürlich, dass man bereits nach kurzer Zeit sehr weit kommt und die 590 Seiten, auch durch die große Schrift, schon nicht mehr so abschreckend wirken. Ebenfalls gut: Der Autor lässt im Gegensatz zu den meisten anderen (Fantasy)Autoren seine Geschichte in unserer Realität spielen und nicht im luftleeren Raum. Er erwähnt andere Autoren (zumeist russische), Filme und wirkliche, noch lebende Personen. Alles in allem also ein recht kurzweiliges Vergnügen, aber kein Muss.
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