Inhalt
Anne Welles entflieht dem drögen Landleben und zieht nach New York. Sie hat Glück: Gleich am ersten Tag findet sie ein Zimmer und eine Anstellung als Sekretärin einer Agentur für (Theater-)Schauspieler und Sänger. Dort lernt sie auch den Playboy Lyon Burke kennen und lieben. Doch das Schicksal
will es so: Ihre Freundin Neely, eine Sängerin am Broadway, verfällt der Tablettensucht, Burke zieht
nach England und Männer, die Anne gar nicht liebt, halten um ihre Hand an...
Rezension
Was auf dem Rücken des Buches steht hat schon seine Richtigkeit, dies ist ein waschechter Trash-
Klassiker - mit der Betonung auf Trash, wohlgemerkt. Selten haben sich Klischees derart angehäuft wie
in diesem Fall, teilweise nicht auszuhalten! Der Ladykiller, der nicht von den Weibern lassen kann, obwohl er Frau und Kind daheim hat; diäten- und tablettensüchtige Schauspielerinnen mit Starallüren; die
Ehefrau, die sich Seitensprünge bieten lässt, weil sie ihn doch so liebt... Manchmal hätte ich dieses
Machwerk am liebsten zerrissen! Frauen definieren sich hier entweder über ihr Aussehen oder über
ihren Ehestand und scheuen auch nicht davor zurück, sich dafür total zu erniedrigen und selbst zu zerstören (aber vielleicht lässt sich das alles der Zeit zuschreiben, als die Autorin diesen Trash verfasst
hat). Wo bleibt da die Würde der Frauen, ihre Empathie, ihre Persönlichkeit? Niemand wird hier um
seinetwillen geliebt, keinem wird aus reiner Sympathie geholfen; entweder sind sie schön oder talentiert, meistens beides. Mag sein, dass das Geschäft so läuft (oder lief), aber ein wenig differenzierter
hätte man es schon beschreiben können. Richtige Gespräche werden ja nicht geführt, jeder spricht und
handelt so, wie man es von seiner "Rolle" erwartet.
Wahnsinnig genervt haben mich die vielen Fehler dieser Ausgabe (2001), aber das muss ich wohl dem
Heyne-Verlag ankreiden. Die Punkte am Satzende fehlen teilweise, statt Ausrufe- werden Fragezeichen
gesetzt, Wörter werden total falsch geschrieben, so dass sie gar keinen Sinn mehr haben, die Grammatik lässt auch zu wünschen übrig. Ich würde es hier nicht extra erwähnen, wenn es nicht wirklich
viel häufiger als normal auftreten würde.
Dazu kommt, dass Susann, nun ja, sich sehr einfach ausdrückt, ihr Wortschatz scheint sehr beschränkt. Ein Adjektiv vermag auszudrücken, was ich von diesem "Roman" halte: Es ist billig. Stereotype Dialoge, eine Handlung zum vergessen, in Klischeeförmchen gebackene Protagonisten und Verhaltensweisen, bei denen ich die Personen am liebsten hätte schütteln und zu Vernunft bringen mögen,
lassen mich nur einen Schluss ziehen. Wer sich weder ärgern, noch langweilen will, sehe sich lieber
den Film "Liebesgrüße aus Hollywood" (Postcards from the Edge) mit Meryl Streep und Shirley Maclaine an. Dort wird das Leben in Hollywood viel niveauvoller und mit einem guten Verhältnis von Ironie
und Tragik auf's Korn genommen.