Inhalt
Ein vierjähriges Mädchen ist nachts aus ihrem Zimmer verschwunden und die Polizei glaubt an eine Entführung. Die
meisten Täter rekrutieren sich aus der Verwandt- oder Bekanntschaft der Familie, also werden diese erst einmal
alle durchleuchtet. Die Mutter von Amanda kommt dabei nicht sonderlich gut weg, doch wenigstens der Onkel des
Mädchens und seine Frau machen sich genug Sorgen, um das Detektivpärchen Angela Gennard und Patrick Kenzie
auf den Fall anzusetzen. Ein Wühlen im Dreck beginnt: Es geht um Prostitution, Drogenhandel, Erpressung...
Rezension
Man ist sofort drin in der aufwändigen Suche nach dem verschwundenen Kind, was nicht zuletzt daran liegt,
dass Lehane die Ereignisse 'naturnah' zu berichten versteht. Die Personen verhalten sich wirklichkeitsgetreu, indem
sie über dieses und jenes reden und ein privates Leben neben dem beruflichen besitzen. Auch die leidigen Routinearbeiten, die so ein Fall mit sich bringt, werden nicht ausgespart, worüber das Buch aber letztendlich stolpert.
Nach mehr als einem ziemlich unterhaltsamen Drittel wurden eben diese alltäglichen Besorgungen zu einer lähmenden Angelegenheit. So sympathisch die schnoddrige Art der Protagonisten sein mag, tröstet sie nicht über den
Mangel an Handlung hinweg. Darüber hinaus entsprechen die Personen haargenau den Klischees, die man über
bestimmte Personengruppen wie Polizisten, Gauner oder Detektive kennt. Daher vermag auch das Zwischenmenschliche nicht an der Stange zu halten. Finde ich sehr schade, da der Autor und sein Buch Potential hatten und
mir zunächst gut gefielen. Allerdings hatte ich mit einer Detektive-suchen-den-bösen-Kindermörder-Geschichte gerechnet und traf stattdessen auf eine 'ordinäre' Gangsterstory. Aber wer's mag...
